Texte von SchwarzesBlut...
Dunkelheit
Langsam taste ich mich durch den dunklen Gang.
Ich fühle nassen Stein unter meinen nackten Füßen.
An meinen Gelenken ziehe ich schwere Eisenketten hinter her.
Das Klirren hallt an den hohen Wänden wieder.
Ich friere, denn nur ein dünnes Leinenkleid bedeckt meinen Körper
und ein eisiger Wind zieht durch den Tunnel.
Das einzig Wärmende ist das Blut, das an meinem Leib herunter läuft.
Wo bin ich nur?
Meine Beine schmerzen, von den langen Wanderungen.
Angst erfüllt mich.
Werd ich je wieder Tageslicht sehen?
Plötzlich höre ich Geräusche.
Ich versuche zu rennen, doch die Ketten zerren an mir.
Ich falle auf die Knie, meine Kräfte lassen mich im Stich
und ich fühle Schwindel aufkommen.
Und plötzlich wird es kalt…
Dunkelheit 2
Langsam öffne ich die Augen.
Grelles Licht umgibt mich.
Eine dunkle Stimme redet zu mir.
Ein kräftiger Schlag trifft mich ins Gesicht.
Ich friere…
Ich blinzle und erkenne eine riesige Gestalt vor mir.
Aber sie war nicht menschlich.
Eine lange schwarze Kutte hüllt es ein.
Ein Lachen, so grausam wie der Tod, hallt in meinem Kopf wieder.
Ich bin angekettet, an einer kahlen Wand.
,,Du bist für immer mein.’’
Kalte Hände greifen mein Gesicht.
Ich schaue in helle, blaue Augen.
Sie sind kalt und doch so lebendig.
,, Stirb für mich, gib mir deine unsterbliche Seele
und du bist für immer von diesen Qualen erlöst.’’
Ein leises ,,Ja’’ fährt mir über die blauen Lippen,
denn ich fühle meine Hoffnungslosigkeit.
Dunkelheit 3
Die Zeit verrann.
,,Warum soll ich sterben?’’
Meine Worte hallen dumpf wieder.
,,Ich will dich in meine Welt holen.’’
Die dunkle Stimme hallte von der gegenüberliegenden Seite wieder.
,,Erlös mich, bitte!’’
Tränen liefen mir die Wangen hinunter.
Die großen Hände griffen wieder nach mir.
Ich erschrak innerlich.
Ein dunkler Engel.
Schwarzes Haar, große schwarze Flügel…
,,Nimm mich mit, bitte!’’
Ich schrie diese Worte in sein makelloses Gesicht.
Plötzlich stockte mir der Atem, mein Blick wurde trüb.
Er nahm meine Seele mit sich.
Mein Körper liegt noch heute in dieser Höhle und verwest.
Doch meine Seele lebt in einer anderen Welt.
Ohne Schmerz…
Ohne Trauer…
Ohne jede Erinnerung…
(Nach einem Wahren Traum)
Der letzte Tropfen
Der letzte Tropfen…
…meines Blutes, fließt aus meiner Wunde.
Der letzte Tropfen…
…nimmt mir den Atem.
Der letzte Tropfen…
…lässt meinen Körper gefrieren.
Der letzte tropfen…
…spiegelt dein Gesicht wieder.
Der letzte Tropfen…
…zeigt mir den Weg in das Nichts.
Der letzte Tropfen…
…zieht mir die Seele aus dem Körper.
Der letzte Tropfen…
…wird mein Ende sein.
Blutiges Ende
Schmerzen.
Schmerzen und Schreie hallen in meinem Körper wieder.
Warmes, dunkles Leben rinnt aus mir.
Meine Seele fleht um Gnade.
Warum?
Was hab ich getan, dass ich sterben muss?
Du hältst verkrampft das Messer in der Hand.
Mein Blut tropft von der Klinge.
Dein Blick, verwirrt und ängstlich, drückt Schuld aus.
Doch es ist zu spät.
Tränen rollen deine Wangen hinunter.
Mein Blick trübt sich.
Blut steigt meine Speiseröhre hoch und läuft mir aus dem Mund.
Langsam sinke ich nieder.
Leise flüstere ich: ,, Warum?’’
Du fängst mich auf.
Die klinge fällt klirrend auf den Boden.
Du schreist!
Doch ich höre nichts mehr.
Der Schleier des Todes legt sich um meine Schultern
und mein Herz hört auf zu schlagen.
Die letzte Träne
Die letzte Träne…
…lief, als ich dich gehen ließ.
Die letzte Träne…
…fällt heute, denn ich werde dich vergessen.
Die letzte Träne…
…rollt, wenn du für immer aus meinen Gedanken verschwindest.
Die letzte Träne…
… wird meine Seele reinigen.
Die letzte Träne…
…wird mich von meinem Schmerz befreien.
Die letzte Träne…
…wird mich retten, vor meiner Sehnsucht.
Die letzte Träne…
…schenk ich dir zum Abschied.
Die letzte Träne…
…macht mich gefühllos, aber frei.
Die letzte Träne…
…fällt nur wegen dir.
Mein Ich
Ich lebe in einer Welt, in der ich nicht leben kann.
Sie ist für mich fremd, obwohl ich in ihr aufgewachsen bin.
Ich fühle mich allein in ihr.
Nur ein teil einer großen Kette.
Langsam bleiche ich aus, verliere meine Farbe in der Gesellschaft.
Ich will nicht mehr!
Einsamkeit, Sehnsucht, Hass durchläuft mich.
Warum?
Ich kann meine Gefühle nicht deuten.
Sie sind versteckt hinter einer Mauer aus Angst.
diese Mauer lässt sich nicht einreißen.
Ich möchte anders Fühlen!
Anders leben!
Doch ich bekomme keinen Zugang.
Keiner kann mir helfen, denn ich muss es allein schaffen.
Doch wann wird das sein?
Ich hoffe nicht, ich bete nicht,
denn ich werde handeln und meine eigenen Weg gehen.